Die Fachschaftsvertretungskonferenz (FVK) nimmt mit großer Sorge die jüngsten Entwicklungen im Umgang des Universitätspräsidiums mit studentischem Ehrenamt zur Kenntnis. Die Ereignisse der vergangenen Wochen verdeutlichen strukturelle Probleme in der Kommunikation, Anerkennung und Einbindung engagierter Studierender.
1. Blockade eines Info-Stands zum studentischen Ehrenamt und den Verwaltungsgebühren
Für die „Night of the Profs 2025“ plante die Studierendenschaft einen Informationsstand zum studentischen Ehrenamt – insbesondere mit Blick auf:
- die geplante Einführung einer 60-Euro-Verwaltungsgebührfür Studierende,
- die Auswirkungen der Haushaltskürzungendes Landes auf Studium, Lehre und Engagement.
Nach einer ersten Anfrage an die Pressestelle, folgte eine Weiterleitung der Fragestellung an das Präsidium. Trotz frühzeitiger und formaler Anfrage erfolgte zunächst keinerlei Reaktion. In dem dann kurzfristig vor der Night of the Profs folgenden, durch die Studierenden initiierten Gespräch wurde der Stand abgelehnt, mit der Begründung, er passe nicht zu einer Veranstaltung zur Wissenschaftskommunikation „mit Unterhaltungscharakter“.
Diese Begründung halten wir für unsachlich und inhaltlich nicht tragbar. Die Night of the Profs lebt seit Jahren von der engen Zusammenarbeit zwischen Universitätspräsidium und Studierendenschaft; das studentische Ehrenamt ist wesentlicher Bestandteil universitärer Kultur und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Darstellung studentischer Perspektiven bei einer hochschulöffentlichen Veranstaltung ist kein Störfaktor, sondern ein studentischer Mehrwert. Dies sehen wir als unseren Bildungsauftrag an.
2. Einschüchternde Kommunikation und fehlende Lösungsorientierung
Besonders irritierend war der Ton in dieser Besprechung zwischen Präsidium / Pressestelle und Vertreter*innen von AStA, FVK und Studierendenparlament. Das Gespräch war geprägt von:
- keiner nachvollziehbaren inhaltlichen Begründung der Ablehnung,
- einem konfrontativen Auftreten statt konstruktivem Dialog,
- der Drohung, dass „es Probleme geben werde“, falls der Stand trotz Ablehnung stattfinden sollte,
- der Bemerkung der Pressestelle, man könne „das auch ohne uns anstellen“ – obwohl die Veranstaltung historisch aus studentischer Initiative hervorgegangen ist.
Es wurden bestehende Machtverhältnisse deutlich ausgespielt, anstatt sie im Sinne einer demokratischen Hochschulgemeinschaft verantwortungsvoll zu reflektieren. Eine solche Gesprächskultur wirkt einschüchternd und widerspricht den Grundsätzen der gemeinsamen akademischen Selbstverwaltung. Ehrenamtliche Studierende leisten einen erheblichen Beitrag zum Campusleben, zur studentischen Teilhabe und zur Funktionsfähigkeit der Universität. Studierende prägen diese Universität – sie lebt von unserem Engagement, unseren Ideen und unserer Arbeit. Der respektvolle Umgang auf Augenhöhe muss selbstverständlich sein.
3. Fehlende Anerkennung und Wertschätzung studentischen Ehrenamts
Die genannten Vorgänge stehen in einem größeren Kontext:
Studentisches Engagement wird schon seit längerem nicht ausreichend unterstützt, gleichzeitig nehmen Belastungen zu – durch Kürzungen, zunehmende Verwaltungsanforderungen und die geplante Verwaltungsgebühr.
Anstatt Engagement zu fördern, entsteht der Eindruck, dass studentische Beteiligung eher als Störfaktor denn als Ressource betrachtet wird.
Dies schadet der Universität als studentische und lebendige Bildungsinstitution.
4. Unsere Forderungen
Die Fachschaftsvertretungskonferenz fordert:
1. Anerkennung und Stärkung des studentischen Ehrenamts
Das Präsidium soll klar benennen, welchen Wert studentisches Engagement für die Universität hat, und Maßnahmen vorlegen, wie dieses, materiell und immateriell unterstützt wird.
2. Transparente, frühzeitige und ernsthafte Kommunikation
Anfragen der Studierendenschaft müssen zeitnah beantwortet werden. Entscheidungen müssen nachvollziehbar und im gemeinsamen Dialog begründet werden.
3. Respektvoller Umgang auf Augenhöhe
Die Studierendenschaft ist ein verfasstes Organ der Hochschulselbstverwaltung. Einschüchternde oder abwertende Rhetorik ist unvereinbar mit demokratischer Zusammenarbeit und soll künftig gesichert unterlassen werden.
4. Gemeinsame Leitlinien für kooperative Veranstaltungsplanung
Für universitätsweite Veranstaltungen – insbesondere solche, die von Studierenden initiiert wurden, braucht es klare Absprachen, Mitsprache und Beteiligungsrechte. Hier ist insbesondere die Night of the Profs zu nennen. Wir fordern eine kurzfristige gemeinsame Re-Evaluation der letztjährigen Veranstaltung.
Schlussbemerkung
Wir möchten betonen, dass wir weiterhin an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Präsidium interessiert sind, welches uns auf Augenhöhe begegnet. Die Universität kann nur dann ein Ort lebendiger Wissenschaft und studentischer Beteiligung sein, wenn Studierende als gleichwertige Partner*innen behandelt werden.
Die Studierendenschaft erwartet und verdient Anerkennung, Transparenz und Respekt.
